Kurt K. Keller

Vom Omaha Beach bis Sibirien

19,49 

Kurt K. Keller

Vom Omaha Beach bis Sibirien: Horror – Odyssee eines Deutschen Soldaten

Kurt K. Keller, Jahrgang 1 925, war, wie viele junge Männer seiner Generation, stolz darauf, seinem „Führer“ dienen zu können und trat im April 1943 begeistert der Wehrmacht bei. Er wurde in der Normandie stationiert und zum Ausbau der Küstenbefestigungen am Atlantikwall eingesetzt.

Als am 6. Juni 1944 der D-Day angebrochen war, bezog Keller gegen 9:30 Uhr auf dem 50 Meter hohen Küstenplateau ein Schützenloch im Hagel der Granaten der zweiten amerikanischen Feuerwalze. Der 18-jährige Soldat wurde Zeuge des schrecklichen Gemetzels am Omaha Beach, sah mit Entsetzen viele seiner Kameraden sterben und die Leichenmassen der Gis am Strand. Nach den schweren Kämpfen in der Normandie und dem blutigen Rückzug der Wehrmacht überquerte Keller im September 1 944 mit nur noch 1 5 weiteren Überlebenden seiner Einheit den Rhein.

Diese letzten Soldaten waren nach den Monaten unentwegter grausamer Kämpfe des „Abschlachtens“ überdrüssig. Nachdem man Keller gedroht hatte, ihn wegen einer leichtfertigen Äußerung vor ein Militärgericht zu stellen, entschied er sich, mit einem Kameraden zu desertieren. In der Heimat von einem Parteifunktionär verraten und von Feldjägern verhaftet, wurde das Todesurteil über die beiden Soldaten ausgesprochen. Doch statt der Exekution wurden sie zum Bewährungsbataillon 500 ab kommandiert – einem Himmelfahrtskommando an der Ostfront.

Im Feuer der „Stalinorgeln“ wurde das Bataillon im April 1 945 in einen Kessel geschickt, doch nur die Hälfte der Soldaten erreichte ihren Bestimmungsort. Nach einer Woche der Kämpfe waren noch weniger als einhundert Soldaten am Leben – fast alle verwundet. Dann überrollten russische Panzer die deutschen Stellungen. Kurt Keller geriet in Gefangenschaft und mußte nach einem grausamen Leidensweg mit vielen anderen Kriegsgefangenen im Konzentrationslager Auschwitz nach der Gräuel der Vernichtungskommandos die bereits verscharrten sowie unbeerdigten, halb verwesten KZ-Opfer bergen und im Lager aufräumen. Dort erlebte der junge Soldat das Kriegsende.

Im Mai wurde Kurt Keller zusammen mit 1 .500 Kameraden in einen Güterzug verladen – 44 Mann pro Waggon. Die unmenschliche Fahrt in den von der Sommersonne heiß beschienenen geschlossenen Wagen nach Sibirien wurde zu einer grauenhaften Apokalypse. Endstation war das Schachtlager Leninsk im Kusnetzbecken – 8.000 Kilometer von der Heimat entfernt.

Kurt Keller gelang dann eine dramatische Flucht über 3.500 Kilometer nach Westen, doch im Gewirr der Schienenstränge entschied ersieh für den falschen Zug – und fuhr, halb verhungert, direkt in ein anderes Kriegsgefangenenlager… Diese erschütternde Autobiographie, in der Kurt Karl Keller als junger Soldat mehrmals von der einen Hölle in die nächste geriet, stellt ein einzigartiges Beispiel der traumatisierenden Unmenschlichkeit des Krieges und der Willkür einzelner Personen dar, die ihre Machtpositionen auf grausamste Weise mißbrauchten.

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